Deutsch- Förder- Gruppe

Die Deutsch-Förder-Gruppe (DFG) ist eine Sprachfördergruppe, in der Kinder unterrichtet werden, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben. Zum Großteil sprechen diese Kinder kaum ein Wort Deutsch, wenn sie zu uns in die Schule kommen. Auf Grund ihres Alters und ihrer Herkunft aus den verschiedensten Ländern und unterschiedlichsten Kulturkreisen, müssen die Kinder häufig zunächst auch unsere Schrift erlernen. Zurzeit sind in der Klasse Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren aus Serbien, Albanien, Syrien, Bulgarien, Afghanistan, dem Irak, und aus Kasachstan. Jeden Morgen werden die Kinder, die besonders zu Anfang häufig von ihren Eltern begleitet werden, durch die DFG-Lehrerin und meist auch durch den Schulleiter begrüßt. Beide sind Ansprechpartner für die Eltern, knüpfen auf diese Weise erste Kontakte und bauen mögliche Hemmschwellen ab.

 

Die Kinder bekommen im Fach Deutsch je nach Lernstand 4-8 Stunden Förderunterricht in der Woche, die restliche Unterrichtszeit verbringen sie in den Regelklassen. Sie arbeiten auf unterschiedlichen Leistungsniveaus. Dabei sind nicht nur die individuellen kognitiven Entwicklungen zu beachten, sondern auch die traumatischen Erlebnisse der Vergangenheit.

 

Alle Kinder sind ihrem Alter entsprechend einer Regelklasse zugeordnet. Den Mathematik-, Sport-, Kunst-, Musik- und Religionsunterricht machen sie in den Regelklassen mit. Die Klassenkonferenz entscheidet darüber, wann die Kinder sprachlich im Stande sind, um am Unterricht der Regelklasse komplett teilnehmen können.

Neben dem Deutschunterricht, in dem in der Kleingruppe gezielt und intensiv sowohl Wortschatzarbeit geleistet wird als auch grammatikalische Strukturen erarbeitet werden, sehen wir, dass die Kinder die Sprache sehr schnell im Umgang mit den deutschen Mitschülern

 

erlernen. Daher bleiben die Kinder möglichst auch am Nachmittag in der Schule. Dies erleichtert eine schnelle Integration, da sich so auf ganz natürliche Weise viele Spiel- und Sprechanlässe ergeben. So werden besonders auch die einzelnen Traditionen und Gebräuche, die zu den verschiedenen Festen des Jahreskreises gehören (z.B. Karneval, Ostern, St. Martin, Advent, Weihnachten), im Unterricht der Deutsch-Förder-Gruppe aufgegriffen und intensiv behandelt. Auch hieraus ergeben sich wieder interessante Sprechanlässe, die den Kindern die kulturellen Besonderheiten ihres neuen Umfeldes näher bringen und ihnen die Integration erleichtern. 

 

Der Unterricht in der Deutsch-Förder-Gruppe ist stark handlungsorientiert ausgerichtet. Durch Reime, Bewegungs- und Rollenspiele und den Einsatz von vielfältigen Materialien und Sprachspielen lernen die Kinder Sprache mit allen Sinnen zu begreifen, Sprach-rhythmus zu erfühlen und Sprachmelodie zu erfahren. Auch der Einsatz von Medien wie Realgegenständen, Bildern, Fotos, Bilderbüchern und Spielen erleichtert den Kindern das Sprachverständnis. Zusätzlich tragen spielerisches Chunk-Lernen als Training sprachlicher Flüssigkeit und gezielte Artikulationsübungen dazu bei, dass sich die Kinder bereits nach kurzer Zeit mit Hilfe eines Basiswortschatzes verständigen können.

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