Individuelles Lernen mit System

Die Anforderungen an einen modernen Unterricht haben sich, auch im Zuge der Inklusion, verändert. Die Lernvoraussetzungen und der Wissensstand der Kinder innerhalb einer Klasse werden immer heterogener. Auf diese neuen Voraussetzungen haben wir uns eingestellt und setzen seit dem Schuljahr 2015/16 das Konzept „Individuelles Lernen mit System“[1]  verbindlich in allen Klassenstufen um.

Wir wollen damit einen offenen, individualisierten Unterricht ermöglichen, der das Lernen mit individuellen Schwerpunkten und eigenem Lerntempo berücksichtigt und zum eigenverantwortlichen Lernen erzieht.

 

Das Konzept umfasst die Unterrichtsinhalte der Fächer Mathematik und Deutsch. Für jedes Schuljahr haben wir eine Jahresübersicht, separat für das Fach Deutsch und das Fach Mathematik, erstellt. Diese Übersicht ist in 4 Teilbereiche (gelb, orange, rot und grün) untergliedert. Die Kinder erhalten zu jedem Teilbereich einen gesonderten farbigen Teilarbeitsplan, so dass sie pro Schuljahr 3-4 Teilarbeitspläne bearbeiten. An einem bestimmten Platz im Klassenzimmer finden die Schüler die, mit der entsprechenden Farbe gekennzeichneten, Arbeitsmaterialien. Die bearbeiteten Aufgaben werden von den Schülern auf ihrem Teilarbeitsplan notiert. Hat ein Kind einen Teilarbeitsplan abgeschlossen,  wird der Lernzuwachs durch eine Lernstandsüberprüfung kontrolliert. Nach erfolgreichem Abschluss darf es am nächsten Plan arbeiten. Es kann so in seinem Lerntempo fortfahren und muss nicht auf andere Lerner warten.

Im 1. und 2. Schuljahr arbeiten die Kinder täglich 1-2 Stunden an ihren Arbeitsplänen; im 3. und 4. Schuljahr mindestens 3 Stunden pro Woche.

 

Die Vorteile des Konzeptes liegen für uns darin, dass diese Organisation ein weitestgehend selbstständiges Arbeiten der Kinder ermöglicht und wir Lehrkräfte somit Zeit haben,  uns den individuellen Bedürfnissen einzelner Schüler zu widmen. Durch die Dokumentation auf den Teilarbeitsplänen erhalten nicht nur wir einen differenzierten Überblick über den Entwicklungsstand  jedes einzelnen Kindes, sondern auch die Kinder selber und die Eltern können die Lernentwicklung gut einschätzen und nachvollziehen. Das individuelle Lerntempo sorgt dafür, dass kein Kind mehr über- oder unterfordert wird. Daraus resultierende Unterrichtsstörungen kommen also nicht mehr zum Tragen.

 

Auf der ersten Klassenpflegschaftssitzung informieren wir die Eltern  über das Konzept.

 

 

 


[1] Grunefeld, Maike u. Schmolke, Silke: Individuelles Lernen mit System, Verlag an der Ruhr 2011

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